Film Kritik: Dhan Dhana Dhan Goal (6/10)
Juni 17, 2008
Ich konnte ja Dhan Dhana Dhan Goal (oder kurz: DDDG) gestern im Kino bei uns in Berlin sehen. Hier nun mein Resüme.
Story: Der Fußballclub Southall United ist bankrott: keine Stars, keine Sponsoren, keine Fans – nicht einmal ein Trainer. Der letzte Sieg liegt lange zurück und das Team, allesamt Immigranten aus Indien, Pakistan und Bangladesch, nutzt den Fußballplatz eher zum feiern als zum spielen. Damit soll nun Schluss sein – die Bürgermeisterin will das Vereinsgelände gewinnbringend an Investoren verkaufen, wenn das Team seine Schulden nicht begleicht. Southall hat nur eine Chance: Sie müssen die Meisterschafft der aktuellen Saison gewinnen! Der Teamkapitän Shaan (Arshad Warsi) setzt auf eine Karte und holt den gefeierten Ex-Profispieler Tony Singh (Boman Irani) an Bord. Tony schafft es, Sunny (John Abraham) , der von einer Karriere als Spieler in der Premier League träumt, zu überzeugen, für Southall zu spielen. Werden sie den Titel holen?
(Quelle: Amazon/Rapid Eye Movies)
meine Kritik:
(Achtung Spoiler!)
DDDG wurde von anderen Kritikern ziemlich runter gemacht, weil er natürlich nicht mit Sport-Filmen wie Chak De India, Iqbal oder Lagaan mithalten kann und auch zu viele Klishees aufgreift.
Ich war auch den Film über hin und hergerissen, zwischen den negativen und positiven Punkten. Doch das Ende war so spannend, das ich trotz der negativen Punkte am Ende doch zufrieden war.

Es ist meiner Meinung nach ein gutgemachter Sportfilm, bei dem man vorallem zum Ende hin auch richtig mit dem Team mitfiebert. Alle Schauspieler, außer vielleicht Bipasha, spielen gut und sind überzeugend. John Abraham kann grandios Fußball spielen und gibt seine beste Leistung ab. Auch Boman Irani und Arshad Warsi spielen engagiert und sympatisch. Die Songs sind ebenfalls super, vorallem Billo Rani.
Allerdings gibt es auch viele negative Punkte, weshalb er von mir nur 6 von 10 Punkten bekommt.
Erstens, die falsche Moral und das Überdramatisieren. Die Engländer werden hier als Buhmänner dargestellt und systematisch ausgeschlossen, obwohl der Film in England spielt.
Hier wird einem propagiert die englische Mannschaft würde Sunny (John) wegen seiner Hautfarbe nicht in die nächst höhere Mannschaft aufnehmen, obwohl er der beste Spieler ist. Abgesehen davon das das total unrealistisch ist und das das kein professionelles Team machen würde, ist es doch wohl auch so, das John Abraham sowieso ziemlich hellhäutig ist, und nicht so dunkel wie die meisten anderen Inder. Im Gegenteil er sieht sogar meiner Meinung nach ziemlich europäisch aus. Das glaubt ihm dazu also keiner und es wirkt total lächerlich.
Dann wird er als Verräter beschimpft, als er später wieder zu einem besseren englischen Team wechselt. Und zwar nicht weil er dafür sein altes Team im Stich lässt, sondern in erster Linie, weil er als Inder nicht in einem rein-englischen Team spielen sollte.
John sagt dann aber was Wichtiges zu seinem Vater, der auch von ihm enttäuscht ist, nämlich ´das er in England geboren wurde und sich als Engländer fühlt und warum er dann nicht in einem englischen Team spielen sollte. Wenn sein Vater Indien so liebt, warum ist er dann überhaupt nach England gezogen?´ Diese Ansprache hätte eigentlich was an der Moral-Vorstellung des Films ändern können, doch leider nimmt er das am Ende teilweise wieder zurück.
Zweites, die Länge, da hätte man auf jeden Fall mehr schneiden können.
Drittens, das sich Bipasha Basu, die die Teamärztin spielt, in ihrer Rolle ziemlich übertrieben kindisch und Schulmädchenhaft benimmt, und nicht wie eine Erwachsene, die studiert hat.
Und der vierte negative Punkt sind auch die manchmal unrealistischen Wendungen. Das indische Team steigt etwas zu schnell auf. Am Anfang haben sie kein Spiel gewonnen und nur weil John dazu kommt, sind sie plötzlich das beste Team? Klar werden sie mit der Zeit besser, doch das geht ein bisschen zu rasant. Oder werden die andern Teams deshalb schlechter?
****
Doch abgesehen davon ist der Film trotzdem gut gemacht und auch nicht langweilig. Wenn man über die einseitigen Moral-Vorstellungen und die kleinen unrealitschen Punkte hinwegschaut, wird man trotzdem gut unterhalten.

Fazit: 6 von 10 Punkten
(text by Zindagi)
Entry Filed under: Bollywood Film Kritiken. Schlagworte: abraham, basu, bipasha, Bollywood, dhan, goal, john.
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